BERLIN FASHION WEEK IMPRESSIONEN

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In einer Woche kann eine Menge passieren und blickte man die letzte Woche nach Berlin sah man eine unendliche Vielfalt an interessanten Persönlichkeiten, Designs, Trends, Events und vor Allem Messen. Wir waren mit dabei und warfen für sie ein besonderes Augenmerk darauf wie die Modeindustrie sich dem Thema Nachhaltigkeit widmet… und natürlich auch auf unsere sächsischen Repräsentanten vor Ort.

Wer kommendende Fashion Week (03.-07.Juli) gerne einmal selbst auf Erkundungsreise gehen möchte, erhält übrigens dank Showroom Days jede Saison eine umfassende und großartig aufbereitete Übersicht aller Aktivitäten rund um die Berliner Modewoche (auch über das authentische Geschehen abseits der Massenveranstaltungen). Die Einstiegs- und Kommunikationsplattform für junge Designer eröffnete am Dienstag für uns die Fashion Week und stellte dabei unter Anwesenheit von Modeikone Paul Smith im Kennedy Museum ihr erstes eigenes Magazin vor. Und so starteten wir bestens informiert und voller Elan in eine aufregende Woche voll heimischer und nachhaltiger Eindrücke:

Unser absoluter Höhepunkt war am Donnerstag ‘7 Farben Blau: Das Denim Experiment’ im Berliner Museum für Kommunikation. Bei dieser Hochschulkooperation zeigte die Schneeberger Fakultät für Angewandte Kunst, gemeinsam mit 6 weiteren Hochschulen aus Deutschland und der Schweiz, ihre kreative Vision des (ursprünglich aus dem südfranzösischen Nîmes stammenden) Kultgewebe Denim. Eine beeindruckende Multimediaperformance tauchte das Museum für diese Nacht in indigofarbenes Licht, meeresrauschende Klänge und verzauberte uns mit jedem durchtanzten Durchgang. Neben all den großen Namen, die jede Saison in Berlin präsentieren, finden wir die größte Inspiration in den Ursprüngen, dort wo Kreativität sich noch ungehindert entfalten kann und den Ideen keine Grenzen gesetzt sind. Umso beeindruckender, wenn dies mit solch professionellem Ansatz durchgeführt und präsentiert wir.

Foto von Art-in Berlin (C) Vivi Kallinikou, 7 Farben Blau das Denimexperiment, Schneeberg

Kürzlich erst auf dem Cover der VOGUE, präsentierte auch die sächsische Kunstblumenmanufaktur Heike Steyer ihre floralen Kreationen in Berlin,  die filigran und ästhetisch diesem Handwerk einen ganz neuen und modern-zeitlosen Flair verleihen.

Wir waren außerdem überrascht zu sehen, dass das Thema Nachhaltigkeit auch in der kommerzielleren Ebene der Fashion Week tiefgreifende Änderung nach sich zieht. Erstmals bot die Ethical Fashion Show im Ewerk als neue Messeplattform junger, nachhaltig produzierter Streetfashion und Casualwear einen eigenen Rahmen. Das hochwertige Pendant im Premium-Segment GREENShowroom gab sich heuer bereits zum 5. Mal im Hotel Adlon Kempinski die Ehre. Der Slow Fashion Award 2012 kürte unter dem Motto „Nighties & Linen“ außerdem die besten nachhaltigen Designs und  textilen Entwicklungen im Bereich Bett- und Nachtwäsche. So lässt es sich beruhigt in die Zukunft träumen!

Mit gespannten Augen blickte man letzte Woche auch auf die drei Finalisten des 'Humanity In Fashion Award’, der dieses Jahr mit bemerkenswerten 25.000 Euro Preisgeld in die zweite Runde startete. Dieser Preis zeichnet talentierte Nachwuchs-Designer aus ganz Europa aus, die ökologische und 'faire’ Mode kreieren. Über diese Auszeichnung und tatkräftige Förderung für eine eigene Capsule Kollektion darf sich diesmal Sandra Goldmann freuen, die unter dem Motto “Hinschauen” nicht nur mit ihrer Kollektion, sondern auch mit ihrer kritischen Reflektion über den Produktionsprozess von Kleidung überzeugte. Gratulation!

Humanity Award 2012 - Page -

Überraschend auch, dass die Messe Bread&Butter den eigenen 'Craftman’-Bereich eigens für Manufakturen und Handwerkstradition im sonst sehr lifestyle-dominierten Flughafen Tempelhof einräumte. Wir waren positiv überrascht!

Und was will uns das Alles sagen? Die Wünsche der Konsumenten sind endlich auch hier und bei den Modeproduzenten selbst angekommen und erstrecken sich nicht mehr ausschließlich auf das Bioregal im Supermarkt. Es geht dabei nicht um grün oder alternativ, sondern um einen bewussten Konsum. Woher kommt mein Produkt und wie wird es gefertigt? Auch Mode kann am Puls der Zeit immer noch eine authentische Geschichte erzählen.

'Du bist was du isst!’ wie der Philosoph Ludwig Feuerbach einst so treffend bemerkte…

Aber du bist auch was du trägst!


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